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Schutzkleidung - 4 min read

Wie man eine Risikoanalyse in 7 Schritten durchführt

Jos Putman, Sicherheitsexperte und Eigentümer des Beratungsunternehmens Veiligheidskundig Adviesbureau Putman verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung als Health & Safety und Quality Manager. Obwohl er mittlerweile in Frührente gegangen ist, „konnte er sich nicht von seinem interessanten Job trennen“. Wir haben mithilfe seiner kostbaren Kenntnisse einen Strategieplan für eine perfekte Risikoanalyse erstellt, mit dem Sie die wichtigsten Aspekte bei der Auswahl Ihrer neuen Schutzkleidung immer im Blick behalten.


Die 7 schritte einer risikoanalyse

Zunächst möchten wir Sie auf eine ISO-Norm hinweisen, die allgemeine Richtlinien enthält und eine Struktur für die Ausführung von Risikoanalyse skizziert: ISO 31000. Lesen Sie unseren vorigen Blog, um zu erfahren, wie die Rahmenrichtlinie 89/391/EEC Ihnen Unterstützung bei der Durchführung Ihrer Risikoanalyse bietet.

Wenn Sie Empfehlungen für Ihr konkretes Arbeitsumfeld suchen, können Sie auf die SUCAM-Dokumente zurückgreifen. Diese bieten Hilfestellung bei der Auswahl, Nutzung und Pflege (Selection, Use, Care & Maintenance - SUCAM) von persönlicher Schutzausrüstung (PSA). In diesen SUCAM-Dokumenten wird die Risikoanalyse als wichtiges Element des Auswahlverfahrens eingestuft, in dem spezifische Schwerpunkte für die einzelnen PSA-Typen definiert werden. Das Dokument CEN/TR15419 enthält beispielsweise Richtlinien für Chemikalien-Schutzkleidung, während in der Norm ISO/TR2801 Vorgaben für flammhemmende Kleidung formuliert sind.

ISO 31000 und die SUCAM-Dokumente demonstrieren, dass eine Risikoanalyse normalerweise in 7 einfachen Schritten aufgegliedert ist:

#1 - risiken ermitteln

Im ersten Schritt müssen Sie die potenziellen Risiken in Ihrem Arbeitsumfeld ermitteln. Brauchen Sie Schutzkleidung oder andere PSA? Wenn das der Fall ist, müssen Sie herausfinden, in welchen Situationen die Kleidung Schutz bieten sollte. Führen Sie die möglichen Gefahren in Ihrem Arbeitsumfeld in einer Liste auf und ermitteln Sie die Risiken, die sich aus diesen Gefahren ergeben.

Denken Sie daran, dass an jedem Arbeitsplatz und/oder in jeder Abteilung ganz spezifische Risiken auftreten können. Deswegen sollte für jede Abteilung eine eigene Risikoanalyse ausgeführt werden.

#2 - risiken analysieren und kategorisieren

Wenn Sie eine deutliche Liste der Risiken zusammengestellt haben, müssen diese analysiert und kategorisiert werden. Das sollte sowohl quantitativ als auch qualitativ geschehen. Bestimmen Sie das Ausmaß der Risiken anhand der Fine/Kinney-Methode. Diese Methode setzt drei Parameter ein:

  • Ausmaß der Verletzung, wenn die Gefahrensituation eintritt
  • Gefahren-Exposition
  • Wahrscheinlichkeit, dass die Gefahrensituation im Fall einer Exposition eintritt

Bei dieser Vorgehensweise hilft die Risikoanalyse Ihnen nicht nur dabei, mögliche Gefahren zu ermitteln, sondern kann auch als Anleitung für die Ergreifung und Priorisierung weiterer Maßnahmen zur Auswahl von Schutzkleidung dienen.

#3 - das aktuelle arbeitsumfeld untersuchen

Im dritten Schritt untersuchen Sie das aktuelle Arbeitsumfeld und verschaffen sich Einblick in die Kontrollmaßnahmen, die bereits eingesetzt werden: mit welchen Sicherheitsprotokollen soll die Sicherheit Ihrer Arbeitnehmer zurzeit garantiert werden? Welche Schutzkleidung trägt Ihr Personal? Die Antworten auf diese Fragen bieten Ihnen einen Überblick über die Risiken, die bereits untersucht wurden.

Denken Sie daran, dass die Standardvorschriften für ein Standardarbeitsumfeld entwickelt wurden. Wir empfehlen Ihnen, grundsätzlich auch Ausnahmesituationen und Umweltfaktoren in Betracht zu ziehen. Wenn beispielsweise draußen gearbeitet wird, sollten auch extreme Wetterbedingungen bei der Risikoanalyse berücksichtigt werden.

#4 - die anforderungen kennen, die ihre schutzkleidung erfüllen muss

Wenn die Schritte 1 bis 3 korrekt ausgeführt wurden, sollten Sie jetzt wissen, welche Anforderungen Ihre zukünftige Schutzkleidung erfüllen muss. Herkömmliche Anwendungsbereiche für Schutzkleidung sind:

In den kommenden drei Schritten begleiten wir Sie durch eine vollständige und vorschriftsmäßige Risikoanalyse.

#5 - festlegen, wie die angemessene schutzkleidung in ihr konkretes arbeitsumfeld eingeführt werden soll

Die vorhergehenden Schritte richten sich auf Risiken am Arbeitsplatz und verschiedene Normen, deren Auflagen Ihre Schutzkleidung erfüllen sollte. In diesem Schritt untersuchen Sie Aspekte, die über die Sicherheit hinausgehen. Hier kommen persönliche Meinungen und Emotionen ins Spiel. Es geht in diesem Zusammenhang um die Ansprüche, die Ihre Arbeiter in Bezug auf Tragekomfort, Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und Design der Kleidung stellen.

Sie sollten sich ausführlich mit den Wünschen und Auffassungen der Arbeitnehmer befassen, die diese Kleidung später tragen werden. Mithilfe eines Schutzkleidungs-Audits, wie Proclaud®, können Sie diese Anforderungen und Urteile bewerten.

Anschließend können Sie das Produktionsverfahren und das Design gemeinsam mit dem Kleidungshersteller an diese Ansprüche und Bedürfnisse anpassen. In dieser Phase sollten Sie beginnen, sich mit praktischen Fragen zu befassen. Denken Sie darüber nach, wie Sie Ihrem Personal bei der Einführung der Schutzkleidung zeigen können, dass Sie Ihre Anforderungen ernst genommen haben. Fragen Sie sich: wie kann ich das erreichen? Wenn Sie Ihre Entscheidung getroffen haben, kann der Kleidungshersteller einen Prototyp anfertigen.

#6 - die neue schutzkleidung einführen

Jetzt wird die neue Schutzkleidung anhand von Prototypen mit einem Tragetest eingeführt. Bei einem solchen Tragetest können die Arbeiter die neue Schutzkleidung in der Praxis ausprobieren und Wünsche und Empfehlungen aussprechen. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass die Beteiligung des Kleidungsherstellers und der Kollegen einen großen Einfluss auf das letztendliche Kleidungsstück hat.

Die Meinung der Endverbraucher (Ihrer Arbeitnehmer) ist von unschätzbarem Wert, denn auf diese Weise erfahren Sie, ob ihnen das Kleidungsstück gefällt. Es wird sich zeigen, wie bequem die Kleidung ist. Dieser Tragekomfort hat direkte Auswirkungen auf die Sicherheit Ihres Personals. Unbequeme Kleidung wird häufig nicht ordnungsgemäß (oder überhaupt nicht) getragen. Sogar Kleidungsstücke, die alle Normen erfüllen, werden den Arbeiter nicht ausreichend schützen, wenn sie nachlässig getragen werden. Deswegen sollte der Tragekomfort grundsätzlich berücksichtigt werden.

Wenn Ihre Arbeitnehmer das neue Kleidungsstück gerne tragen und alle Sicherheitsauflagen erfüllt sind, war die Risikoanalyse ein voller Erfolg. Jetzt können Sie den Auftrag erteilen und der Kleidungshersteller kann mit der Produktion beginnen. Das ist allerdings immer noch nicht der letzte Schritt!

#7 - häufige prüfungen durchführen

Für möglichst hohe Sicherheit am Arbeitsplatz ist es unerlässlich die Risiken in Ihrem Arbeitsumfeld regelmäßig zu untersuchen, um herauszufinden, ob die Schutzkleidung den Anforderungen nach wie vor entspricht. Legen Sie einen Zeitrahmen für diese Prüfungen fest, beispielsweise einmal im Jahr. Sind neue Sicherheitsmaßnahmen erforderlich? Gibt es neue Produktinnovationen auf dem Markt, die mehr Sicherheit, Tragekomfort oder Langlebigkeit bieten? Mit diesen Prüfungen sind Sie immer auf dem Laufenden über mögliche Neuheiten und können beurteilen, ob (und wann) die Schutzkleidung optimiert werden sollte.

7-steps-risk-assessment-de

Mit teamwork wird sicherheit möglich

Jetzt wissen Sie, wie man eine Risikoanalyse durchführt und können mit diesen Kenntnissen Ihre Sicherheitskultur optimieren. Denken Sie daran, dass Sie nicht allein vor dieser Herausforderung stehen. Profitieren Sie bei der Durchführung Ihrer Risikoanalyse von Fachkenntnissen, die Ihnen weiterhelfen können. Wenn bei Ihnen beispielsweise mit gefährlichen Stoffen, wie Chemikalien, gearbeitet wird, kann ein Arbeitshygieniker Ihnen bei der Sicherung Ihres Arbeitsplatzes helfen, indem er die chemische Belastung und weitere Gefährdungen ermittelt, bewertet und reguliert.

Kurz gesagt, mithilfe einer Risikoanalyse können Sie die Sicherheitsrisiken an Ihrem Arbeitsplatz auflisten und Probleme lösen, noch bevor Sie die neue Schutzkleidung bestellen. Möchten Sie erfahren, wie das Auswahlverfahren für Schutzkleidung in der Praxis aussieht? Auch die Damen Shipyards Group wurde bei der Suche nach neuer Schutzkleidung mit konkreten Herausforderungen konfrontiert, denn diese sollte sowohl bequem als auch kosteneffizient sein. Die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern in der Schutzkleidungswertschöpfungskette hat dazu beigetragen, dass die Damen Shipyards Group letztendlich genau die Kleidung gefunden hat, die perfekt zu ihrem Unternehmen passt. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.