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Coronavirus Covid19 - 3 min read - 26 Juli 2022

Wie sich die Hyperinflation in der Lieferkette auf die Schutzkleidungsbranche auswirkt

Heutzutage werden viele Wirtschaftszweige mit immensen Herausforderungen in der Lieferkette konfrontiert. Überall auf der Welt besteht ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, von dem auch die Schutzkleidungsbranche hart getroffen wurde. Im vorliegenden Blog werden wir uns eingehend mit den Ursachen und Folgen dieser globalen Herausforderung befassen.

Lieferkette unter Druck

Seit Ende 2021 sind wirtschaftliche Aktivitäten und der Bedarf drastisch angestiegen. Das lag daran, dass Branchen und Wirtschaftszweige nach der Covid-Pandemie wieder vollständig geöffnet wurden und die Leute begannen, mehr Geld auszugeben. Obwohl das der Konjunkturerholung zugutekam, traf der Nachfrageanstieg mit einer Reihe von Missverhältnissen zusammen, die Lieferprobleme verursacht haben.

Die Auswirkungen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat spürbare Auswirkungen auf globale Lieferketten. Davon sind beispielsweise die weltweite Versorgung mit Weizen und Sonnenblumenöl betroffen. 50 % der globalen Getreideversorgung werden von Russland und der Ukraine gedeckt. Deswegen hat die Lieferunterbrechung die Preise für Nahrungsmittel, wie Brot und Pasta, in die Höhe getrieben.

In der Schutzkleidungsbranche hat der Krieg ganz konkret zu einem Anstieg der Nachfrage nach Aramidfasern geführt, die für Militärausrüstungen, wie Helme und Schutzwesten, verwendet werden. Dieser höhere Bedarf hat zu einer Verknappung der Versorgung geführt, die wiederum eine Kostensteigerung nach sich gezogen hat. Dazu kommt die bereits geringe Verfügbarkeit von Aramid-Polymer und -fasern aufgrund der gestiegenen Nachfrage aus anderen Wirtschaftszweigen. Ein weitere Faktor sind Produktionsrückstände, die durch Ausfallzeiten, COVID-19-Ausbrüche und Rohstoffmangel entstanden sind.

Darüber hinaus nimmt die Ukraine einen wichtigen Stellenwert auf dem globalen Markt für Ammoniak und Ammoniumsulfat ein, bedeutende Bausteine in der Chemiebranche. Ohne diesen Zuliefermarkt steigen die Preise für die chemischen Produktionen, die diese Rohstoffe benötigen, in schwindelerregende Höhen. Da die Chemiewerke außerdem einen hohen Gasverbrauch haben, tragen auch die aktuellen Rekordpreise für Gas zu diesem ausgesprochen beunruhigenden Szenario bei.

Containerkrise in Asien

Weiterhin setzt uns die Containerkrise in Asien zu, die für einen sechsfachen Anstieg der Containerpreise gesorgt hat. Da sich Industrien nicht überall auf der Welt im selben Tempo von der Pandemie erholen, konnten bisher nicht ausreichend Container nach Asien zurückgeliefert werden, sodass die Kosten steigen und es zu Verzögerungen in der Lieferkette kommt. Neue COVID-19-Ausbrüche haben Schiffe, die in den Hafen von Schanghai eingelaufen sind, buchstäblich zum Stillstand gebracht. Infolgedessen ist die Quote von zuverlässigen pünktlichen Lieferungen auf 15 % gesunken. Auch in anderen Regionen der Welt ist die Liefertreue auf 30 % zurückgegangen. Dadurch werden bestehende Lieferketten noch mehr belastet und man muss bei jedem Schritt der Gewebeherstellung mit Verzögerungen rechnen.

All das wirkt sich nachhaltig auf die Schutzkleidungsbranche aus. Wir kaufen beispielsweise viel in Pakistan ein. Normalerweise werden unsere Bestellungen in 4-6 Wochen geliefert. Zurzeit beträgt die Lieferzeit bis zu drei Monaten und für die nahe Zukunft sind keine wesentlichen Verbesserungen zu erwarten. Die radikalen Methoden, die einige Länder einsetzen, um den COVID-Ausbrüchen zu begegnen, bringen komplette Versorgungsketten von einem Moment zum anderem vollständig zum Erliegen.

overviewfreightersEine aktuelle Übersicht der Frachtschiffe, die vor dem Hafen von Schanghai warten. Quelle: Kinaxis

Öl, Energie und Chemikalien

Wie man der aktuellen Berichterstattung entnehmen kann, erlebt die Welt zurzeit eine Öl- und Energiekrise, die eine Kostenexplosion dieser Güter verursacht. Die Situation hat sich durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine noch verschärft, der zu einem Lieferstopp von Chemikalien aus Russland geführt hat. Die Schutzkleidungsbranche ist bei ihren Produktionsverfahren in hohem Maße abhängig von Öl, Energie und Chemikalien und wir sind nicht in der Lage, die steigenden Kosten komplett aufzufangen. Das hat direkte Auswirkungen auf die Lieferkette, da wir gezwungen sind, die Preiserhöhungen weiterzugeben, um weiterhin bestehen zu können.

Außerdem beobachten wir, dass die globale Verfügbarkeit von Farbstoffen und Veredelungschemikalien durch verschiedene Faktoren stark beeinflusst wird. Die chinesische Regierung hat während der Olympischen Spiele in China strenge Vorschriften für die Farbstoffindustrie erlassen, die sich negativ auf die Produktion von Farbstoffen und Säuren für Farbstoffe ausgewirkt hat. Darüber hinaus versuchen die Hersteller nach wie vor, die Aufträge und Rückstände der letzten 18 Monate aufzuarbeiten. Diese sind entstanden, weil der Bedarf angestiegen ist, aber die Lieferungen durch COVID-19 und eine Verringerung der Produktion weiterhin geringer ausgefallen sind. Dazu kommt die konstant hohe Nachfrage aus den Automobil-, Farbstoff- und Beschichtungsmärkten, sodass wir in nächster Zeit nicht mit einer Verbesserung der Situation rechnen und davon ausgehen, dass die Preise auch weiterhin unter Druck stehen werden.

Entwicklung angesichts der Hyperinflation in der Lieferkette

Bei all diesen Herausforderungen steht außer Frage, dass Branchen neue Überlebensstrategien entwickeln müssen. Bei den oben genannten Faktoren handelt es sich um globale geopolitische Probleme, die von bleibender Natur sind. Deswegen müssen die Industrien diese Bürde gemeinsam tragen. In der Schutzkleidungsbranche sind akkurate Prognosen unerlässlich, damit wir Materialien früher, schneller und zu besseren Preisen einkaufen können. Die unsichere Situation in Russland und der Ukraine erfordert große Flexibilität. Die Zulassung neuer Lieferanten und die Zusammenarbeit mit neuen Spinnereien, die unsere Fasern verarbeiten, können dazu beitragen, Lieferkettenprobleme zu vermeiden.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie wir uns an die Auswirkungen der Hyperinflation in der Lieferkette anpassen? Sie können jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen, wir freuen uns auf ein Gespräch.