Heijmans, ein börsennotiertes niederländisches Unternehmen, das in den Bereichen Infrastruktur, Bau und Instandhaltung tätig ist, war auf der Suche nach einer verbesserten Lösung für Schutzkleidung. Konkret benötigte das Unternehmen orangefarbene High-Visibility-Arbeitsbekleidung, die den vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen für seine Mitarbeitenden entspricht.
Für diese Fallstudie haben wir mit Heijmans sowie mit Vertretern von TenCate Protective Fabrics (Gewebelieferant) und VeiligGoed (Distributor) gesprochen.
In dieser Fallstudie erfahren Sie:
- Wie das führende Infrastrukturunternehmen Heijmans eine normgerechte High-Visibility-EPI-Bekleidungslösung ausgewählt hat, die den Standards RWS und EN ISO 20471 entspricht
- Wie Trageversuche und Feedback der Endnutzer den Komfort, die Passform und die langfristige Akzeptanz von Schutzkleidung verbessern
- Wie textile Innovation sowohl die Leistung als auch das Trageerlebnis in anspruchsvollen Arbeitsumgebungen verbessern kann
- Wie Nachhaltigkeit in PSA integriert werden kann, ohne Sicherheit oder Haltbarkeit zu beeinträchtigen
- Wie die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu effektiveren und zukunftssicheren Arbeitsbekleidungslösungen führt
Warum Heijmans eine neue High-Visibility-Schutzkleidungslösung benötigte
Unterschiedliche Risikoprofile in den Geschäftsbereichen
Derzeit beschäftigt Heijmans mehr als 5.500 Mitarbeitende. Das Unternehmen ist in mehrere Geschäftsbereiche unterteilt, darunter Bau (Wohnungsbau), Bau (Gewerbebau), Infrastruktur und Entwicklung.
Mit diesen unterschiedlichen Geschäftsbereichen gehen auch unterschiedliche Risiken einher, die jeweils spezifische Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden erfordern – insbesondere im Bereich Workwear und PSA. So arbeitet beispielsweise der Infrastrukturbereich auf und neben Straßen und Autobahnen. Daher muss die Arbeitsbekleidung in diesem Bereich orangefarben und hochsichtbar sein. Darüber hinaus muss sie den Vorgaben der niederländischen Rijkswaterstaat (RWS) entsprechen.
Diese Standardisierung legt fest, welcher Anteil an High-Visibility- und reflektierendem Material in der Kleidung enthalten sein muss.
Einschränkungen der bisherigen High-Visibility-Arbeitsbekleidung
Das bisherige Bekleidungspaket von Heijmans bestand sowohl aus orangefarbener als auch gelber High-Visibility-Kleidung. Diese Arbeitsbekleidung war funktional und hatte eine gerade Passform. Eine der größten Rückmeldungen der Trägerinnen und Träger bei Heijmans betraf jedoch die Qualität und den Komfort, die sie gerne verbessert gesehen hätten.
Als der Vertrag mit dem bisherigen Lieferanten auslief, entschied sich Heijmans daher, den Markt erneut zu sondieren, um Anbieter zu finden, die besser zu den Anforderungen und der langfristigen Vision des Unternehmens passen.
„Man darf nicht vergessen, dass wir über Workwear und PSA sprechen – die oberste Priorität sollte immer die Sicherheit sein. Wenn diese gewährleistet ist, sollte die zweite Priorität der Komfort sein. Denn wenn die Kleidung nicht angenehm zu tragen ist, werden die Mitarbeitenden sie nicht tragen wollen.“
— Jordy Langens, HSE Manager bei Heijmans
Auswahl neuer PSA-Bekleidungspartner: Ausschreibung und Bewertungsprozess
Ausschreibungsprozess: von 8 Anbietern zur finalen Auswahl
Im Jahr 2021 veröffentlichte Heijmans eine Ausschreibung, an der zunächst acht Anbieter teilnahmen. Daraus resultierten vier Anbieter, die ihre Lösungen präsentierten, und zwei, die in die finale Auswahlphase gelangten. Letztendlich wurde VeiligGoed ausgewählt. Aufgrund erfolgreicher Zusammenarbeit in der Vergangenheit empfahl VeiligGoed Van Heurck – Teil der VP Textile Group – als Bekleidungshersteller für die neue Lösung.
Heijmans folgte dieser Empfehlung, beeindruckt von der Servicequalität, die Van Heurck den Endnutzern bieten konnte, einschließlich direkter Kommunikation und eines deutlich persönlicheren Ansatzes.
Entwicklung eines normgerechten High-Visibility-Gewebes für RWS-Standards
Aus Sicht der Produktentwicklung bestand die Herausforderung für TenCate Protective Fabrics darin, ein Gewebe zu entwickeln, das alle relevanten Normen für orangefarbene High-Visibility-Kleidung erfüllt und insbesondere der RWS-Standardisierung entspricht.
Das bedeutete, die geeigneten Farbstoffe und Eigenschaften sicherzustellen, um die Normen zu erfüllen. Darüber hinaus musste das Gewebe auch nach vielen Waschgängen normgerecht bleiben, seine Festigkeit behalten und Pilling vermeiden. Daher wurde das Gewebe intensiven Labortests sowie wiederholten industriellen Waschprozessen unterzogen, um sicherzustellen, dass es höchsten Anforderungen an die Haltbarkeit entspricht.
Trageversuche: Validierung von Komfort, Passform und Leistung unter realen Bedingungen

Während des Herstellungsprozesses der neuen Arbeitsbekleidungslösung lud Heijmans fünfzig Mitarbeitende ein, an einem Trageversuch teilzunehmen, bei dem verschiedene Kleidungsstücke getestet und direktes Feedback von den Trägerinnen und Trägern eingeholt wurde.
Sie wurden gebeten, mit der Kleidung zu arbeiten und sie nicht nur hinsichtlich Passform und Komfort zu testen, sondern auch sicherzustellen, dass sie die notwendigen Anforderungen an Sicherheit und Haltbarkeit in ihrer Arbeitsumgebung erfüllt.
Diese Mitarbeitenden stammten aus verschiedenen Unternehmensbereichen, darunter Infrastruktur, Bau (Gewerbebau) und Bau (Wohnungsbau).
Das Feedback aus diesen Trageversuchen ermöglichte eine kontinuierliche Verfeinerung und Verbesserung der Kleidungsstücke, einschließlich Anpassungen an Passform, Maßen und Design (zum Beispiel die Positionierung von Taschen).
Die finale Lösung: komfortable, leistungsstarke und nachhaltigere High-Visibility-Arbeitsbekleidung
Textile Innovation: Tecawork® Ecogreen® EG270
Vier Modelle von Arbeitshosen sowie drei Winterjacken (Parkas) wurden entwickelt. Die neue Lösung basiert auf einem Gewebe von TenCate Protective Fabrics mit dem Namen Tecawork® Ecogreen® EG270. Dieses besteht aus einer Mischung von 65 % recyceltem Polyester und 35 % TENCEL™ Lyocell.
Verbesserter Komfort durch TENCEL™ Lyocell
Der Anteil an TENCEL™ Lyocell macht die Arbeitsbekleidung weicher auf der Haut und sorgt für ein ausgezeichnetes Feuchtigkeitsmanagement, wodurch der Komfort im Vergleich zur vorherigen Lösung (100 % Polyester) deutlich verbessert wird. Die Verwendung von TENCEL™ Lyocell bietet zudem den Vorteil einer nachhaltigeren Wahl, da diese Fasern aus nachhaltig gewonnenem Holz stammen und mit zu 100 % mechanisch recyceltem Polyester aus PET-Flaschen kombiniert werden.
Um ihr Engagement für Nachhaltigkeit weiter zu unterstreichen, entwickelte TenCate Protective Fabrics eine Environmental Product Declaration (EPD®), die die Auswirkungen des Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg transparent bewertet und quantifiziert.
„Wir sind stolz darauf, eine Lösung geliefert zu haben, die nicht nur die Sicherheit und den Komfort der Träger in den Mittelpunkt stellt, sondern zusätzlich den Vorteil bietet, nachhaltiger zu sein, da recycelte Materialien aus Post-Consumer-Abfällen verwendet werden.“
— Arno Lammers, Product Manager bei TenCate Protective Fabrics
Geringeres Gewicht, höhere Akzeptanz bei den Trägern
Zur weiteren Verbesserung des Komforts wiegt das in der neuen Arbeitsbekleidung von Heijmans verwendete EG270-Gewebe 270 Gramm pro Quadratmeter und ist damit 30 Gramm leichter als das Material der vorherigen Lösung. Es erfüllt die Anforderungen der RWS-Standardisierung, weist hervorragende Farbechtheitseigenschaften nach wiederholten industriellen Waschprozessen auf und entspricht der Norm EN ISO 20471 für High-Visibility-Kleidung.
Modernes und körpernahes Design
Das Design der neuen Lösung ist modern und körpernah geschnitten und spiegelt den Wunsch von Heijmans wider, eine Bekleidung zu schaffen, die Mitarbeitende täglich gerne tragen. Die Einbindung des Nutzerfeedbacks in den Mittelpunkt des Prozesses erwies sich als wertvolle Investition, da die neue Arbeitsbekleidung überwiegend als deutliche Verbesserung gegenüber der vorherigen Lösung wahrgenommen wurde.

Heijmans begann im Mai 2022 mit der Einführung der neuen Arbeitsbekleidung im gesamten Unternehmen.
„Diese Lösung ist kein Produkt von der Stange oder aus einem Katalog; sie ist ein maßgeschneidertes Gesamtpaket.“
— Sebastiaan Willemstein, Account Manager bei VeiligGoed
Zentrale Erkenntnisse für HSE-Manager und Entscheidungsträger im Bereich PSA-Bekleidung
Sicherheit und Komfort sind untrennbar miteinander verbunden
Aus Sicht des HSE-Managements versteht es sich von selbst, dass Sicherheit bei der Auswahl neuer Arbeitsbekleidung immer oberste Priorität haben muss. In erster Linie ist es entscheidend, dass die Kleidung die erforderlichen Normen und Anforderungen für die jeweilige Tätigkeit erfüllt.
Sobald die Sicherheitsaspekte gewährleistet sind, sollte der Komfort die nächste Priorität sein. Indem sichergestellt wird, dass die Kleidung in den jeweiligen Arbeitsumgebungen komfortabel ist, kann gewährleistet werden, dass die Mitarbeitenden sie korrekt tragen und somit geschützt bleiben. In diesem Sinne gehen Sicherheit und Komfort Hand in Hand.
Lebenszykluskosten vs. Anschaffungspreis bei Entscheidungen zu PSA-Bekleidung
Nach Sicherheit und Komfort folgen die Aspekte Nachhaltigkeit und Preis. In der Arbeitsbekleidungsbranche – und in der Textilindustrie insgesamt, in der Abfall und Umweltauswirkungen bekannte Herausforderungen darstellen – sollte Nachhaltigkeit stets berücksichtigt werden, um die Umweltbelastung, wo möglich, zu reduzieren. Dies darf jedoch nicht auf Kosten der Sicherheitsleistung der Kleidung geschehen. Vielmehr ist es wichtig, Lösungen zu finden, die Nachhaltigkeit und Sicherheit miteinander verbinden.
Gleichzeitig sind Kosten und finanzielle Aspekte reale Faktoren, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Es kann sinnvoll sein zu prüfen, ob eine kurzfristig teurere Lösung langfristig einen positiven Effekt im Hinblick auf den Lebenszyklus bietet. Dies hat einen doppelten Nutzen: Weniger häufige Ersatzbeschaffungen sind sowohl nachhaltiger als auch wirtschaftlich sinnvoller – ein weiterer Beleg dafür, dass diese Prioritäten gemeinsam wirken können.
Wie integrierte Partnerschaften Lösungen entlang der Wertschöpfungskette stärken
Im Hinblick auf die Wertschöpfungskette hat der Prozess von der Ausschreibung bis zur finalen Lösung deutlich gezeigt, dass Zusammenarbeit entscheidend ist.
Van Heurck, Heijmans, VeiligGoed und TenCate Protective Fabrics mussten eng zusammenarbeiten, um das richtige Gewebe auszuwählen, das den Anforderungen der RWS-Standardisierung entspricht. Dies erforderte einen intensiven Wissensaustausch und gemeinsames Lernen zwischen den Partnern, das auch in zukünftigen Projekten genutzt werden kann.
Möchten Sie mehr über die Auswahl von Geweben für Ihre PSA-Bekleidung erfahren?
Ganz gleich, ob Sie mehr über die aktuell verfügbaren Gewebe am Markt erfahren möchten oder Unterstützung bei einem Schritt im Entwicklungsprozess einer neuen Arbeitsbekleidungslösung suchen – wir stehen Ihnen zur Seite. Klicken Sie hier, um mit einem unserer Spezialisten in Kontakt zu treten, der gerne Ihre Anforderungen mit Ihnen bespricht.

