Speak with an expert

Have questions about our products? Get in touch with one of our industry experts.

Contact Us  

Speak with an expert

Have questions about our products? Get in touch with one of our industry experts.

Contact Us  
Schutzkleidung - 3 min read

EN ISO 11611: Was Sie über die Norm für Schweißerschutzkleidung wissen müssen

In der Stahl und Metall verarbeitenden Industrie gibt die Norm EN ISO 11611 die Mindestsicherheitsanforderungen für Arbeitsschutzkleidung bei Schweiß- und verwandten Arbeiten vor. Schutzkleidung gemäß dieser Norm schützt Träger:innen gegen Metallfunkenflug und zufälligen Kontakt mit Flammen. Für spezielle Schweißarbeiten sind zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich (mehr dazu später).

 

Welche risiken im zusammenhang mit der flammhemmung werden von en iso 11611 abgedeckt?

Der Standard EN ISO 11611 besteht aus mehreren Tests, von denen jede ein anderes schweißbedingtes Risiko oder eine andere Schweißklasse simuliert. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass EN ISO 11611 in zwei Klassen unterteilt ist. Wenn das Schutzgewebe alle Tests besteht, wird es gemäß EN ISO 11611 Klasse 1 zertifiziert. Wenn das Gewebe außerdem die Klasse-2-Anforderungen für Strahlungswärme, Reißfestigkeit und geschmolzenes Metall besteht, wird es gemäß EN ISO 11611 Klasse 2 zertifiziert.

Für die einzelnen Tests gelten die folgenden spezifischen Anforderungen:

1. Wärmeübertragung oder Strahlungswärme (ISO 6942)
• Klasse 1: Temperatur steigt nach 7 Sekunden um 24 °C an
• Klasse 2: Temperatur steigt nach 16 Sekunden um 24 °C an

2. Einwirkung von Metallspritzern (ISO 9150)
• Klasse 1: Temperatur steigt nach 15 Tropfen um 40 °C an
• Klasse 2: Temperatur steigt nach 25 Tropfen um 40 °C an

3. Flammenausbreitung (ISO 15025)
• Kennbuchstabe A1 - 10 Sek. Flächenbeflammung (erforderlich)
• Kennbuchstabe A2 - 10 Sek. Kantenbeflammung (optional)

4. Elektrischer Widerstand (EN 1149-2)
• Muss über 105 Ω liegen

5. Reißfestigkeit (ISO 13937-2)
• Klasse 1: mindestens 15 N
• Klasse 2: mindestens 20 N


Realitätsprüfung: EN ISO 11611 in theorie & praxis

Obwohl Normen wie EN ISO 11611 zuverlässige Sicherheitsstandards sind, die von Experten entwickelt wurden, steht dort nicht immer alles darüber, wie Sie Ihre Mitarbeiter am besten schützen können.

Als HSE-Manager möchten Sie natürlich, dass Ihre Beschäftigten in allen möglichen Situationen effektiv geschützt sind, oder? Auch wenn Sie die EN ISO 11611-Tests absolviert haben, müssen Sie noch weitere Faktoren berücksichtigen: die benötigte spezifische Zertifizierungsklasse, die benötigten Kleidungstypen, die benötigte Schleifresistenz am Arbeitsplatz und den Kontakt mit Schmiermitteln.

1. Klasse 1 und Klasse 2?

Wissen Sie, welche Klasse für die spezifischen Schweißarbeiten erforderlich ist, die bei Ihnen durchgeführt werden? Gasschweißen beispielsweise fällt unter Klasse 1, während MMA- und MAG-Schweißen (mit basischer oder Zelluloseelektrode) sowie MIG-Schweißen (mit hoher Stromstärke) der Klasse 2 zugeordnet sind. Ihr Arbeitsumfeld kann ebenso beeinflussen, ob Sie Klasse 1 oder 2 benötigen. Zum Beispiel fällt das Arbeiten an Schneidemaschinen (Sauerstoff und Plasma) oder Schweißtischen in Klasse 1, während das Arbeiten in beengten Räumen oder Überkopf-Schweiß-/Schneidearbeiten in Klasse 2 fällt.

2. Ober- und Unterbekleidung

Are you aware of the fact that the over- or undergarments that your workers wear in combination with their FR protective clothing can have an effect on the level of protection? Do you know about the dangerous situations that can occur when one of your workers wears the wrong layers underneath their FR garment? For instance, if a molten metal spatter burns through the coverall (or jacket) or enters through the sleeve, a 100% polyester or nylon undergarment can melt/drip on the skin — something you want to avoid at all cost!

3. Schleifresistenz & Schweißfunken

Die Norm soll Ihre Beschäftigten vor Gefahren bei „Schweiß- und verwandten Arbeiten“ schützen, aber dieser Begriff ist so weit gefasst, dass spezifische Aspekte Ihrer Arbeitsplätze nicht abgedeckt werden. Schleifresistenz zum Beispiel unterscheidet sich von Metallspritzern. Obwohl Tätigkeiten mit Schleifrisiken unter die Norm EN ISO 11611 fallen, wird nicht konkret angegeben, wie die Schutzkleidung Schleifresistenz bietet. Sind Sie sicher, dass Sie Ihre Arbeitnehmer mit dem Schutzgewebe ausstatten, das am besten vor Schleifrisiken schützt? Ein Feldversuch an Ihrem Arbeitsplatz ist eine sehr gute Möglichkeit, um die Leistungsfähigkeit eines Gewebes in der Praxis zu testen.

4. Kontakt mit Schmiermitteln

Ihre Beschäftigten kommen täglich mit Schmiermitteln in Kontakt, aber sind Ihnen auch die Auswirkungen bekannt, die Schmiermittelsansammlungen auf ihrer Schutzkleidung haben können? Es lohnt sich, die Arbeitschutzkleidung regelmäßig zu reinigen, da solche Ansammlungen negative Auswirkungen auf die flammhemmenden Eigenschaften der Kleidung haben können.

Eine norm, viele zu berücksichtigende variablen

Sobald Sie die Anforderungen des Sicherheitsstandards EN ISO 11611 erfüllen, können Sie beruhigt sein, dass die Schutzkleidung Ihrer Beschäftigten die grundlegenden Anforderungen für Hitze und Flammen beim Schweißen und verwandten Verfahren erfüllt. Aber zusätzlich zu den Grundlagen sollten Sie auch die weiteren Variablen im Auge behalten, die beeinflussen, wie geschützt Ihre Mitarbeiter in ihrem spezifischen Arbeitsumfeld tatsächlich sind.

TOPICS: Schutzkleidung , Standards & Normen