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Schutzkleidung - 4 min read

Alles, was Sie über PFAS-Ausrüstungen wissen müssen

Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (allgemein bekannt als PFAS) werden häufig zur Ausrüstung von Arbeitsschutzkleidung verwendet, die wir in ganz Europa anbieten, insbesondere bei Schutzkleidung, die vor Chemikalienspritzern schützt (EN ISO 13034). Da solche Ausrüstungen auch wasserabweisend sind, findet sich oft Schutzkleidung, die beides miteinander kombiniert. Die Frage lautet, ob die Verwendung von PFAS notwendig ist, da PFAS gemäß der REACH-Verordnung als potenziell gefährdend eingestuft werden. Dennoch ist die Verwendung dieser Verbindungen als Ausrüstung für Textilien weiterhin erlaubt.

Bevor wir darauf eingehen, ob die Kleidung Ihrer Beschäftigten eine PFAS-Ausrüstung benötigt, lassen Sie uns die Gründe für die Verwendung dieser Ausrüstung auf Kleidungsstücke besser verstehen, indem wir kurz die Geschichte der Schutzgewebeindustrie untersuchen.

Ein rückblick auf entwicklungen in der branche

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt den klaren Trend bei Gewebeherstellern, Schutzgewebe mit immer mehr Eigenschaften auszustatten, um den Schutz der Träger(innen) gegen verschiedenste Risiken zu gewährleisten – was heute als „Multi-Risk“ oder „Multi-Norm“ bezeichnet wird. Diese Entwicklung begann in den 1960er Jahren, als die ersten flamm- und hitzebeständigen Fasern entwickelt wurden.

Aufgrund technologischer und industrieller Entwicklungen ist die Anzahl der Risiken, denen Beschäftigte in der Industrie heute ausgesetzt sind, größer denn je. Außer Schutz gegen Hitze und Flammen benötigen sie Schutz gegen Störlichtbögen und flüssige Metallspritzer beim Schweißen. Hinzu kommen antistatische Eigenschaften, hohe Sichtbarkeit, Wasserbeständigkeit für das Tragen im Freien sowie standardmäßiger Schutz gegen Chemikalienspritzer. So ist die Multi-Norm entstanden, die sich mittlerweile zum Standard entwickelt hat. Sie macht das Leben einfacher, da sie es Unternehmen ermöglicht, eine universell einsetzbare Lösung für Schutzkleidung zu wählen, auch wenn ihre Beschäftigten nur einem Teil dieser Risiken ausgesetzt sind.

Ist die multi-norm wirklich notwendig?

Aber sind alle diese Schutzmaßnahmen wirklich notwendig? Wirken sie nicht eher hinderlich anstatt zu helfen? Die Antwort ist nicht so eindeutig, wie man vielleicht denken könnte, es gilt eher: „Das hängt ganz vom konkreten Fall ab“.

Multi-norm

Hintergrund ist, dass jede Branche oder jede Tätigkeit ein eigenes Schutzniveau erfordert, dem die jeweilige Schutzkleidung entsprechen muss. Auch wenn eine einzige Kleidung, die Beschäftigte gegen alle Risiken schützt, wünschenswert erscheint, sollten Sie bedenken, dass eine solche Lösung „over-engineered“ ist, da nicht alle Beschäftigten gegen alle Risiken geschützt werden müssen. Auch wenn die Mehrfachnorm als besonders kostengünstig und einfach erscheint, ist es möglich, dass bestimmte Gewebe in die engere Auswahl kommen, die weniger Komfort bieten, da sie gegen viele verschiedene Risiken schützen. Natürlich besteht im Gegenzug die Gefahr, dass eine „under-engineered“ Lösung in Erwägung gezogen wird, die keinen optimalen Schutz gegen spezifische Risiken wie flüssige Metallspritzer bietet.

 Wenn Sie also besonders bequeme Kleidung suchen, die optimalen (und kostengünstigen) Schutz bei jeder Tätigkeit bietet, stellt Multi-Norm nicht unbedingt die beste Lösung dar. Insbesondere im Hinblick auf PFAS-Ausrüstungen stellt sich die Frage, ob Beschäftigte unbedingt Schutz gegen Chemikalienspritzer benötigen. Dieser Schutz wird speziell in der chemischen Industrie und in diversen weiteren Branchen benötigt, in denen die Beschäftigten mit Chemikalien in Kontakt kommen; in den meisten Fällen besteht dieses Risiko jedoch nicht. Ist eine PFAS-Ausrüstung also wirklich notwendig – vor allem, weil diese in der industriellen Wäsche immer wieder erneuert werden muss?

Welche verbindung besteht zwischen PFAS-ausrüstung und wasserabweisung?

Schutz gegen Chemikalienspritzer bedeutet automatisch, dass das Gewebe eine Kombination aus Standardschutz gegen Chemikalien und wasserabweisenden Eigenschaften bietet. Aus diesem Grund wird PFAS benötigt, da es angemessene Leistung und angemessenen Schutz bietet. Allerdings ist es bisher noch nicht möglich gewesen, einen hinreichenden Schutz gegen Chemikalienspritzer ohne PFAS zu entwickeln. Mit anderen Worten: Wenn Sie keinen Schutz gegen Chemikalienspritzer benötigen, brauchen Sie auch keine PFAS. So einfach ist das. Wenn Ihr Gewebe lediglich wasserabweisend sein soll, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Lösungen, denn Sie können entweder eine Ausrüstung (mit oder ohne PFAS) oder laminiertes Gewebe verwenden, das die Kleidung komplett gegen Wasser abdichtet. Sie haben also die Wahl zwischen verschiedenen Optionen, solange Sie wissen, welchen Schutz Sie für eine spezifische Tätigkeit benötigen.

Wie steht die EU zu PFAS?

In der REACH-Verordnung der EU für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien sind PFAS in der Restricted Substance List für 2021 erfasst. Allerdings ist die Textilindustrie davon ausgenommen, da PFAS immer noch zum Schutz von Textilien gegen Chemikalienspritzer gemäß EN ISO 13034 verwendet werden. Das bedeutet, dass wir PFAS in Europa für Schutzgewebe verwenden dürfen (siehe Punkt 3.b auf der REACH-Website unter „Requirements and Exemptions“).

Und was halten die USA von PFAS?

Chemischer Spritzschutz ist in den USA nicht obligatorisch, wenn es speziell um Schutzausrüstung für Feuerwehrleute geht. Als Mindestanforderung gilt, dass die Schutzkleidung von Feuerwehrleuten mindestens wasserabweisend sein muss. Daher haben unsere amerikanischen Kollegen und Kolleginnen von TenCate Protective Fabrics eine spezielle FreeFAS™-Ausrüstung für die Schutzkleidung von Notfalldiensten entwickelt, um die steigende Nachfrage nach PFAS-freier Schutzkleidung zu bedienen. Diese nachhaltige Schutzkleidung setzt neue Trends in der Branche, da sie PFAS-frei, aber trotzdem wasserabweisend ist.

Welche gesundheitlichen bedenken gibt es im zusammenhang mit PFAS?

PFAS sind dafür bekannt, dass sie überall in unserer Umwelt zu finden sind – in weitaus größerem Umfang als alle anderen von Menschen hergestellten Substanzen. Daher werden sie auch als „Forever Chemicals“ bezeichnet, weil sie nicht abgebaut werden können. Selbst wenn morgen die gesamte Herstellung von PFAS enden würde, blieben PFAS für viele weitere Generationen in unserer Umwelt.

Doch wir haben für die Textilindustrie Standards entwickelt, um zu gewährleisten, dass Menschen, die Schutzkleidung tragen, jederzeit gegen Kontakt mit Chemikalien geschützt sind. Der wichtigste Standard für Schutzkleidung ist Oeko-Tex 100. Alle Schutzgewebe, die in Europa verwendet werden, haben eine Oekotex-100-Zertifizierung und dürfen daher die Grenzwerte für PFAS-Ausrüstungen nicht überschreiten. Weitere Informationen über die Toxizität von PFAS finden Sie in diesem Artikel der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA).

Bewerten sie ihr schutzniveau

Wir bei TenCate Protective Fabrics wollen nicht nur dafür sorgen, dass Sie und Ihre Belegschaft den besten Schutz genießen, der verfügbar ist, sondern auch den Schutz, der den tatsächlichen Risiken entspricht.

Wir empfehlen Ihnen, Ihre zukünftige Schutzkleidung einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen und sich umfassend mit den Risiken und ihren Auswirkungen auf Ihre Belegschaft zu befassen. Daher sollten Sie immer mit einer angemessenen Risikoanalyse beginnen. Danach wissen Sie, welche Lösung Ihre Bedürfnisse optimal erfüllt.

Hier erfahren Sie, wie Sie eine Risikoanalyse in 7 einfachen Schritten durchführen. Oder laden Sie sich einfach unseren NEUEN Proclaud®-Leitfaden zu diesem Thema herunter. Möchten Sie direkt mit unseren Experten sprechen? Unsere Experten führen gerne eine umfassende Risikoanalyse bei Ihnen durch.

TOPICS: Schutzkleidung , Umwelt , Standards & Normen